Tramin - St. Pauls am Sonntag um 15 Uhr in Tramin

Salurn 1 - St. Pauls 1: Gefühlte Niederlage

Salurn: Stefania, Cova, Dipoli-Wieser, Joppi, Marconi, Nardin, Ceolan (ab 55. Cappelletto), Michelon, Giacomuzzi, Dalpiaz, Ettahiri (ab 55. Virzí, ab 64. Pellegrini)

St. Pauls/Raiffeisen: Tarantino, Andergassen, Huber, Fabi, Larcher, Ohnewein, Obrist (ab 93. Unterholzer), Fischnaller, Zingale, Schieder, Hansjörg Mair (ab 87. Bovolenta)

SR: Bracconi (Brescia)

Tore: 0:1 Handelfmeter Fischnaller (60.), 1:1 Foulelfmeter Dalpiaz (90. + 3)

Rote Karte: Cova (49.), Tarantino, Bovolenta (beide 90. + 3)

Ein Spiel dauert immer 90 Minuten plus Nachspielzeit. Klingt wie eine alte, geläufige Fußballer-Floskel. Nichts Besonderes. Sagt man eben so. Doch der Wahrheitsgehalt dieses Statements wurde unserer Kampfmannschaft gestern Nachmittag einmal mehr vor Augen geführt – in grausamer Art und Weise, wohlgemerkt. 92 Minuten lang war für unsere Burschen heile Welt angesagt, sprich: Komfortable 1:0-Führung, einen Mann mehr auf dem Feld und nur noch etwa 120 Sekunden zu spielen. Was dann folgte, gehört wohl zum bittersten, was einer Mannschaft im Abstiegskampf passieren kann. Langer Ball, die Abwehr verschätzt sich und plötzlich taucht der gegnerische Stürmer alleine vor dem Torhüter auf. Der Kampf, die Leidenschaft, der Einsatz über 90 Minuten – alles umsonst? Nein, denn der Torhüter wirft sich auf den Ball, bereinigt die Situation. Gerettet? Wohl kaum. Denn obwohl Torhüter Tarantino den Ball klar mit den Händen und im Strafraum klären konnte, fällt Stürmer Giacomuzzi über den herantauchenden Keeper hinweg zu Boden. Elfmeter? Ja, nein? Hektik. Und plötzlich zeigt der Schiedsrichter auf den ominösen Punkt. Und zudem noch Torhüter Tarantino den roten Karton. Was war denn hier los? Tumulte zwischen den beiden Teams und dem Schiedsrichter, der im Eifer des Gefechts noch einen weiteren Spieler des Platzes verweist – Andrea Bovolenta sieht wegen Protestierens die Ampelkarte. In dieser Situation aber nebensächlich, denn der Tatbefund war eindeutig: Elfmeter. In der allerletzten Spielminute. Eine Fehlentscheidung. Ersatz-Keeper Martin Unterholzner macht sich auf das Eins-Gegen-Eins-Duell gegen Dalpiaz bereit, ist gegen dessen schnörkellosen Flachschuss aber machtlos. 1:1. Ein Schlag ins Paulsner Fußballgesicht. Und in den Unterleib gleich mit dazu.

So düster kann der Oberliga-Alltag aussehen. Zuvor lieferten sich Salurn und St. Pauls ein packendes, weil spannendes Spiel, das seiner Wichtigkeit wegen aber mit spielerischen Glanzpunkten geizte. Hansjörg Mair setzte den ersten Nadelstich, doch Stefania blieb aus spitzem Winkel Sieger des Privat-Duells. Beim darauffolgenden Eckball verlängerte ein Salurner Defensivmann die Kugel auf die Querlatte, von wo aus der Ball ins Aus sprang (27.). Kurz vor der Pause erzielte Salurn den vermeintlichen 1:0-Treffer, der aber wegen einer Abseitsposition korrekterweise aberkannt wurde.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es gerade einmal 15 Minuten, da fiel den Paulsner Spielern ein Stein vom Herzen: Obrist passte die Kugel im Strafraum an die Hand des ausgerutschten Michelon – Elfmeter, den Fischnaller kompromisslos in die Maschen setzte. Der Paulsner Sieg nahm nun immer klarere Konturen an, auch, weil Salurns Cova nur wenige Minuten zuvor nach seiner zweiten gelben Karte vorzeitig unter die Dusche musste. In der Tat kamen die Blau-Weißen nun vermehrt zu Chancen, die jedoch nicht in Kapital umgewandelt werden konnte. In den Schlussminuten avancierte dann der Unparteiische zum Protagonisten und „raubte“ den Blau-Weißen zwei sicher geglaubte Punkte.

Trotzdem: Es muss weiter gehen. Am nächsten Sonntag steigt das Derby gegen Tramin - auch da haben die Blau-Weißen noch eine Rechnung offen.

#aufPauls

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