St. Martin/Moos - St. Pauls am Samstag, 13. Oktober um 15.30 Uhr in St. Martin

Danke für 25 geniale Jahre

Es war ein laues Sommerwochenende, damals, am 3. und 4. August 1991. Nichts Außergewöhnliches. Und trotzdem begann an jenem Wochenende eine Ära, die bis heute andauerte – 25 Jahre also. Damals, im fernen 1991, wurde nämlich das Paulsner Kleinfeldturnier erstmals ausgetragen. Heute ist dies eines der traditionsreichsten und bekanntesten Turniere in ganz Südtirol, auch dank des ausgezeichneten Organisationskomitees rund um Andreas Frötscher. Doch nach 25 Jahren Strapazen, Organisationsstress, aber vor allem tollen Erlebnisse, zahlreichen geknüpften Freundschaften und unvergesslichen Momenten zieht die Gruppe, bestehend aus Ander Frötscher, Ander Vieider, Günther Debelyak und Manfred Paller, besser bekannt unter den „Young Boys St. Pauls“, einen Schlussstrich. Damit geht eine grandiose Ära zu Ende.

Als Andreas Frötscher am Sonntag gegen 20.45 Uhr zum letzten Mal auf das Podest auf dem Festplatz trat und die obligatorische Prämierung vornahm, war aus seiner sonst so starken Stimme etwas Melancholie schon herauszuhören. Doch wen wundert’s? Das Paulsner Kleinfeldturnier war für 25 Jahre ein bestimmender Teil des Lebens für die vier Männer. Nun geht ein Kapitel zu Ende.

Nachdem das Turnier 1991 erstmals ausgetragen wurde, wuchs es im „Step-By-Step“-Modus zum größten und erfolgreichsten in ganz Südtirol heran. Der erdige Paulsner Morktplotz wurde für immer mehr Clubspieler, aber auch Freizeitkicker eine tolle Herausforderung, eine Prestige-Aufgabe, die es zu bewältigen galt. Nicht umsonst rannten dem OK-Team nach und nach die Mannschaften die Tür ein – unvergessen bleiben die Jahre 1999 und 2004. Während 1999 erstmals 52 Mannschaften gemeldet wurden und der Turnierstart deshalb bereits am Dienstag erfolgte, sprengte das Jahr 2004 alle Dimensionen: 60 Teams nahmen am Turnier teil, fünf weiteren Mannschaften musste mangels Mitspielplatz abgesagt werden.

Episoden, in denen sich die harte Arbeit der Organisatoren bezahlt macht. Doch es gab auch einige nicht so schöne Momente in der 25-jährigen Geschichte. 2010 kam es im Finale zu Ausschreitungen, ja gar Handgreiflichkeiten. Sachen, die eigentlich nicht auf den Kleinfeldturnierplatz und überhaupt den Fußballplatz gehören.

In den 25 Jahren überwogen aber natürlich die schönen Sachen. Ein Franz Blümel, der seit 1992 in jedem Jahr mit einer Top-Mannschaft von Vorarlberg nach St. Pauls pilgerte, um am Turnier teilzunehmen und zudem noch den ewigen Torschützenrekord mit 13 Treffern hält, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Nicht zu vergessen natürlich Gerd Vieider und Martin Unterholzner, die ebenfalls nur zwei bzw. eine Auflage verpassten. Und eine der treuesten Mannschaften, das waren die Xunden aus Eppan, die ebenfalls nur eine Auflage nicht mit von der Partie waren. Besonders aber wenn man einen Blick auf die Statistiken wirft, wird klar, dass das Paulsner Kleinfeldturnier eine Klasse für sich ist. Insgesamt 1.148 Teams spielten in den 25 Jahren mit, was eine Spieleranzahl von zirka 7.000 Kickern mit sich bringt. Auch in puncto Zuschauer ist man in St. Pauls top: Ungefähr 40.000 Fans suchten in den 25 Jahren den Morktplotz auf, um sich die prestigeträchtigen Spiele anzugucken – eine imposante Zahl.

Doch alles hat einmal ein Ende – und eine 25. Jubiläumsausgabe eignet sich nun einmal perfekt, um sich in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. Im nächsten Jahr gibt es also keinen Andreas Frötscher mehr, der durch seine lockere und frische Art nicht nur die Teams aufs Feld ruft oder die Torschützen bekannt gibt, sondern auch für ordentlich Stimmung sorgt. Oder Günther Debelyak, der das Einzeichnen des Bolzplatzes mittlerweile gleich gut beherrscht wie das Parieren von Bällen. Keinen „Paso“ Manfred Paller, der als Ersatzstimme für Frötsch und auch ansonsten als Alles-Macher in die Bresche sprang. Oder aber natürlich Ander Vieider, der mit seinen Kontakten auch Mannschaften jenseits des Brenners ins Überetsch lotste.

Im nächsten Jahr werden es nämlich drei Neue versuchen: An Freizeit-Torschützenkönig und Jugendkoordinator Markus Pircher, Thommy Debelyak und Simon Fabi wurde das Zepter übergeben. Ein einschneidender, aber notwendiger Schritt. Denn ein Sommer ohne Kleinfeldturnier in St. Pauls – das geht nicht. Die Fußstapfen sind natürlich enorm groß – doch die drei jungen Wilden werden diese mit Sicherheit ausfüllen. Trotzdem ging am Sonntag eine Ära zu Ende. Kleinfeldgeschichte wurde geschrieben – und das nicht nur einmal. Momente erlebt, die man so schnell wohl nicht mehr vergisst. Deshalb noch einmal: Danke Andi, danke Ander, danke Debel und danke Paso – für 25 geniale Jahre.

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