St. Pauls - Bozner FC  

Auf „Paulsnerisch“ richter

Brachte nach seiner Einwechslung in Lavis viel neuen Schwung – und das nicht nur wegen seines Tores: Der 17-jährige Fabio Donadio.

 

Ganz sicher, nein tausendprozentig: Was den Paulsner Fußballern am letzten Sonntag in Lavis passiert ist, wünscht man keinem. Auch nicht dem größten Fußballfeind. Aber es ist passiert. Und das unseren Jungs, unseren Mandern. Und hat gezeigt, dass es nichts gibt, was es im Fußball nicht gibt.
Was ist passiert? 2:0 führte der vor Saisonbeginn als Mit-Favorit gehandelte US Lavis gegen St. Pauls bis zur 60. Minute. Dann sah ein Lavis-Spieler die gelb-rote Karte. Mehr noch: Mit einem Doppelschlag von Fabio Donadio (62.) und Daniel Gasser (64.) stellten die Blau-Weißen innerhalb kürzester Zeit auf 2:2. Als dann ein weiterer Lavis-Spieler nach einem Foul als letzter Mann gegen den durchgebrochenen Nik Messner mit direkt rot ebenfalls vom Platz flog, schien es auf einmal eine „gmahnte Wiesn“ zu sein. Mit noch rund 25 Minuten Spielzeit (inklusive Nachspielzeit) und 2 Spielern mehr auf dem Feld – alles schien darauf hinaus zu laufen, dass die Blau-Weißen erstmals seit dem 6. Oktober (4:0 gegen Rotaliana) wieder einen Sieg holen würden.
Aber dann traten jene Mechanismen ein, welche den Fußball so unerklärlich machen: Anstatt geduldig Ball und Gegner laufen zu lassen, verkrampften die Paulsner in doppelter Überzahl zusehends, versuchten es zuviel mit der Brechstange, zudem mangelte es am nötigen Selbstvertrauen. Und dann die fatale 90. Minute: Nach einem weiten Abstoß des Lavis-Tormannes verlor Abwehrchef Marco Zentil ein Kopfballduell, dahinter fehlte die nötige Absicherung, Lavis-Stürmer DallaValle wurde „vergessen“ und schob alleinstehend vor Tarantino zum 3:2-Sieg für Lavis ein.
Die Enttäuschung, die Niedergeschlagenheit und auch die Wut auf sich selbst kannten nach dem Schlusspfiff freilich keine Grenzen. Die Emotionen spielten verrückt, einige Spieler waren sogar in Tränen aufgelöst, andere einfach nur sprachlos. Was nun?
Man kann liegen bleiben, man kann mit dem Schicksal hadern, man kann sich gehen lassen, man kann allen anderen, nur nicht sich selbst die Schuld geben, und man kann alles in Frage stellen.
Oder man kann wieder aufstehen, sich den Mund abwischen, die Fehler gut analyiseren, die Brust heraus stellen und sich mit voller Kraft in die nächste Schlacht, pardon ins nächste Spiel, stürzen. Typisch „Paulsnerisch“ eben: Kämpfen bis zum Umfallen, nach einem vielleicht-Fehlpass nicht den Kopf hängen lassen, nach einer vergebenen Chance nicht zuviel hadern, sondern auf die nächste warten und dem Gegner ganz einfach zeigen, dass der FC St. Pauls noch am Leben ist. Die Paulsner haben zudem Typen in ihren Reihen, die schon ganz andere Fußballschlachten geschlagen haben als die höchst unglückliche 2:3-Niederlage in Lavis. Sie mussten Kanterniederlagen einstecken, mussten auch in anderen Situationen mit leeren Händen die Heimreise antreten. Aber eines war danach immer gleich: Sie sind umso stärker zurück gekommen! Denn was war, kann man eh nicht mehr ändern. Was zählt, ist das Hier und Jetzt! Das wird auch diesmal der Fall sein, und deshalb sollte sich der nächste Gegner – egal wie er heißt – ganz warm anziehen! AUF PAULS!

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