St. Martin/Moos - St. Pauls am Samstag, 13. Oktober um 15.30 Uhr in St. Martin

Eine Ära geht zu Ende

Aus der aktuellen Blau-Weißen

Er ist kein Mann der großen Worte. Kein Mittelpunktsmensch. Stattdessen arbeitet er lieber im Hintergrund. Lässt sozusagen Taten sprechen. Und genau diese bodenständige Eigenschaft machte ihn in den letzten Jahren so besonders, unseren Franz Sinn. Vom „Taschen-Austoalor“ für Jugendspieler über den Busfahrer bei einem weiten Auswärtsspiel bis hin zum Ansprechpartner für Eltern: Franz war jahrelang ein Alles-Macher im Verein. Das Herz und die Seele würde manch einer sagen. Nach dieser Saison ist aber Schluss: Franz zieht sich in den wohlverdienten Ruhestand zurück – damit geht ein Teil Paulsner Fußballgeschichte zu Ende.

Schon von klein auf war Franz Teil des FC St. Pauls. Nach seiner fußballerischen Ausbildung in den Pforten der Blau-Weißen spielte er zunächst in der Paulsner Freizeitmannschaft, ehe er nach deren Auflösung für kurze Zeit in den Diensten der Frangarter Freizeit kickte. Anfang der 90er erfolgte dann die Rückkehr nach St. Pauls – nicht aber als Spieler, sondern als Ausschussmitglied des Vereins. Zu dieser Zeit zog Andreas Canal die Strippen im Verein, war sowohl für die Erste Mannschaft als auch für den Jugendbereich verantwortlich. Mit Franz Sinn hatte er aber schon bald seine rechte Hand für die Abteilung „Nachwuchskicker“ gefunden. Von nun an kümmerte sich der erst kürzlich in Pension gegangene Schuldiener der Grundschule St. Pauls um all jene Belangen, die den Nachwuchs betrafen – ob Ausrüstung der Spieler, Organisation der Trainer, Zusammenstellungen der Mannschaften: Franz war an allen Ecken und Enden des Vereins zu finden. Der Beginn einer Tätigkeit, der er nun seit über 20 Jahre mit Einsatz und Leidenschaft nachgeht.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Jahre 2002 zu: Da sich St. Pauls, Frangart und Girlan zunehmend schwerer taten, eigene und dabei qualitativ gute Jugendmannschaften zu stellen, entschloss man sich für eine Zusammenarbeit der drei Vereine – die Jugendförderung war geboren. Franz Sinn wurde dabei, zusammen mit unserem ehemaligen Stürmer Andreas Frötscher, der Kopf der neuen Partnerschaft: Während Ander für neue Denkanstöße sorgte, zog Franz in organisatorischer und arbeitstechnischer Hinsicht die Fäden. Die neue Zusammenarbeit trug schon bald erste Früchte, die Teams der Jugendförderung wurden zu konkurrenzfähigen Mannschaft, nicht nur auf Bezirks-, sondern vor allem auch auf Landesebene. Das neue Einheitsgefühl der Girlaner, Paulsner und Frangarter war der Grundstein für die weiteren erfolgreichen Jahre.

2010 kam es dann zu einen Umbruch innerhalb der Jugendförderung. Andreas Frötscher legte sein Amt nach acht Jahren nieder – an seine Stelle trat ein gewisser Peter Plunger, der sich ebenfalls rasant schnell zu einer unentbehrlichen Person der Spielgemeinschaft etablierte. Zusammen mit Franz Sinn prägte Plunger die neueste Entwicklung der Jugendförderung tatkräftig mit. Dabei fungierte Peter nicht nur als Koordinator, sondern vermittelte seine fußballerischen Kenntnisse und Erfahrungen auch als Trainer an die jungen Spieler. Besonders in Erinnerung ist dem diplomierten Sportlehrer dabei die Regionalmeisterschaft der B-Jugend im Jahre 2008 geblieben, ein weiteres Highlight war der Landesmeistertitel der Unter 10 im vergangenen Sommer – dem ersten Titel für das Jugendprojekt überhaupt. Am meisten freue es Plunger aber, wenn er junge, in der Jugendförderung herangereifte Spieler in der Kampfmannschaft auflaufen sehe.

Momente, die einen Jugendkoordinator, aber auch einen Trainer mit Stolz und Genugtuung erfüllen. Leider stieg Peter sein Engagement für den Fußball Anfang des Jahres zu Kopf – er musste aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten. Heute ist Peter aber wieder vollständig genesen und strotzt nur so vor Energie, der er beim regelmäßigen Golf- oder Tennisspielen Ausdruck verleiht. Trotzdem möchte er seine Auszeit vom Fußball verlängern. Eine neuerliche Aufgabe als Jugendkoordinator könne er sich nicht mehr vorstellen. Vielleicht, so sagte er, springe er aber wieder als Trainer mit ins Boot.

Schon seit längerer Zeit stand auch der Abschied von Franz Sinn im Raum. Über 20 Jahre Opferbereitschaft für die Jugendförderung und den Paulsner Fußball sind genug: Der Ruhestand ist die logische und wohlverdiente Folge für Franz.

Ein neuerlicher Umbruch steht also unmittelbar bevor. Markus Pircher wird dabei das Erbe der beiden herausragenden Personalien antreten (Siehe Interview auf Seite 2). Herausragend deshalb, weil Peter und Franz in den letzten Jahren nicht nur in organisatorischer und sportlicher Hinsicht alles und jeden zum Laufen gebracht haben, sondern auch immer ein offenes Ohr für Eltern, Spieler oder Trainer hatten. Gerade deshalb markiert der Abgang der beiden das Ende eines denkwürdigen und unvergesslichen Kapitels der Jugendförderung und somit auch des Paulsner Fußballs. An dieser Stelle: Danke Peter, danke Franz! Es war uns eine Ehre.

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